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EVANA Interview mit Mateus Mendes (Portugal) über die ‘Internationale Vegetarische Woche’

Mateus Mendes spricht ueber die Int.Veg.Woche ‘Die vegetarische Lebensweise ... ist möglicherweise die wichtigste Lebensstiländerung zur Verringerung der Erderwärmung'

Januar 2010

Das öffentliche Interesse am Vegetarismus wächst, und immer mehr bekannte Persönlichkeiten werben für diesen umweltschonenden und segensreichen Lebensstil. Im November 2009 forderte Brigitte Bardot einen Europäischen Vegetarischen Tag. Einige Wochen später warben Paul McCartney und Dr. Rajendra K. Pachauri im Europäischen Parlament für den Vegetarismus als wirkungsvollste Waffe im Kampf gegen die Klimaänderung: "Weniger Fleisch = weniger Hitze." Zur Eindämmung von CO2-Emissionen empfahlen sie die Einführung eines fleischlosen Tages pro Woche.

Ein weiterer Beweis für wachsendes Interesse an der vegetarischen Lebensweise war der große Erfolg der „Internationalen Vegetarischen Woche 2009“, an der sich Organisationen aus vielen Ländern beteiligten. Wir wollten mehr über die fleischlose Woche wissen und fragten Mateus Mendes, der für die Kampagne so wirkungsvoll geworben hat.



EVANA: Mateus, Sie waren sicher sehr zufrieden mit dem Erfolg der „Internationalen Vegetarischen Woche 2009“. Haben Sie einen so bemerkenswerten internationalen Erfolg erwartet?

Mateus Mendes: Sicher freue ich mich. Es ist schön zu sehen, dass die Sache funktioniert. Als alles anfing erwartete ich zwar eine gewisse Beteiligung, aber es stimmt schon, dass sich alles viel besser entwickelte als gedacht.


Frage: Was ist das Ziel der Vegetarischen Woche?

Antwort: Es hat schon nationale und regionale vegetarische Wochen in der Vergangenheit gegeben, die national oder lokal organisiert wurden. Da haben wir uns gedacht: Warum tun wir uns nicht zusammen und helfen einander? Das Ziel dieser ‘Internationalen Vegetarischen Woche' ist daher hauptsächlich, Ideen und Ressourcen zu teilen, so dass viele Organsationen ungefähr zur gleichen Zeit für den vegetarischen Lebensstil werben können. Durch Kooperation erreichen wir viel mehr als jeder einzelne allein, und das auch noch mit weniger Aufwand.


Frage: Wie organisieren Sie diese Vegetarische Woche, an der sich so viele Personen und Organisationen beteiligen?

Antwort: Die Kampagne besteht aus drei Ebenen: International, national und regional.
International teilen wir hauptsächlich Ideen und Werbemittel. Das meiste, wenn nicht sogar alles, wird für die Website der Vegetarischen Woche verwendet.
Auf der nationalen Ebene hängt alles von den jeweiligen Organisationen ab. Sie passen das Werbematerial ihren eigenen Erfordernissen an, übersetzen Texte und werben für die Vegetarische Woche in ihren Ländern.
Auf der lokalen Ebene sind Gruppen und Verbände, Firmen und Einzelpersonen verantwortlich für die allgemeine Organisation und Aktivitäten während der Woche.


Frage: Wieviele Organisationen haben teilgenommen und in wievielen Ländern?

Antwort: Im Jahr 2009 erhielten wir Berichte von Aktionen in 12 verschiedenen Ländern. Wir konnten aber nicht alle internationalen Ereignisse notieren - es hat sicher Hunderte von ihnen gegeben. Nach unseren Informationen waren Portugal, Italien und Neuseeland ganz schön beschäftigt.


Frage: Ist die Teilnahme nur für vegetarische Organisationen vorgesehen oder können auch andere Gruppen mitmachen?

Antwort: Jeder kann helfen und wird dazu ermuntert. Wir müssen nur sehen, was am besten passt. Mitarbeit auf dem internationalen Niveau ist vor allem geeignet für erfahrene Aktivisten oder Organisationen, die bei der Beschaffung von Werbematerial helfen können. Die nationale Ebene ist passender für Organisationen, die die vorhandenen Werbemittel für die Vegetarische Woche in ihren jeweiligen Ländern.nach Bedarf anpassen möchten. Abgesehen davon kann wirklich jeder mitmachen und das vorhandene Werbematerial nutzen oder auch eigenes produzieren, Aktionen organisieren, Informationen verteilen oder auf andere Weise und nach Belieben zur Förderung des vegetarischen Lebensstils beitragen. So kommt die Vegetarische Woche in Schwung.


Frage: Welche Unterstützung und Werbemittel (Plakate, Entwürfe, Aufkleber usw.) können Sie zur Verfügung stellen?

Antwort: Im Moment bieten wir Entwürfe für Plakate, Flugzettel, Pressemeldungen, Banners und anderes Material auf der Website an. Jeder kann die Entwürfe herunterladen, das Textmaterial übersetzen und den eigenen Bedürfnissen anpassen – das ist alles in Ordnung, so lange es zur Förderung des Vegetarismus verwendet wird.


Frage: Hat die Lebensmittelindustrie schon Interesse gezeigt und falls nicht: Haben Sie Pläne und Ideen, wie man Firmen an Bord bringt?

Antwort: Ja, viele Firmen haben sich beteiligt mit Workshops, Vorträgen oder auch durch die Gewährung von Rabatten. Vor allem Restaurants zeigten ein großes Interesse. Ich bin davon überzeugt, dass noch viel mehr Unternehmen in den kommenden Jahren einsteigen werden. Schließlich ist dies auch Werbung für ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen.


Frage: Dieses Projekt soll die Öffentlichkeit ansprechen und sich nicht, wie so viele andere, auf den Kreis von Vegetariern konzentrieren. Was sind die attraktivsten und interessantesten Aspekte für Fleischesser?

Antwort: Leute mögen Sachen, die die Routine auflockern. Die Vegetarische Woche ist eine Möglichkeit, mal etwas anderes zu versuchen. Zum Beispiel boten viele Restaurants eine Kampagne an “Bringt einen Fleischesser mit und er kann eine vegetarischen Mahlzeit für 1 Euro essen”. Durch solche Aktionen probieren viele Menschen ihre allererste vegetarische Mahlzeit überhaupt. Dies ist eine Gelegenheit für etwas Neues und kann auch helfen, eine eventuell noch vorhandene Abneigung zu überwinden.


Frage: Halten Sie es für möglich, dass der bedauerliche Kopenhagen-Reinfall zu einem Antrieb werden kann, sich bei der Organisation künftiger Vegetarischer Wochen noch mehr anzustrengen?

Antwort: Die vegetarische Lebensweise ist viel umweltfreundlicher. Sie schneidet ein Glied aus der Nahrungskette und ist möglicherweise die wichtigste Lebensstiländerung zur Verringerung der Erderwärmung. Und dabei ist dieser Schritt so viel einfacher als andere Massnahmen, zum Beispiel das Aufgeben von Autos. Der Reinfall von Kopenhagen ist also tatsächlich für uns ein Motiv, unsere Anstrengungen zu verdoppeln.


Frage: Was sind Ihre Pläne und Hoffnungen für die Vegetarische Woche 2010?

Antwort: Die Vorbereitungen laufen schon ziemlich gut. Viele Organisationen haben uns mitgeteilt, dass sie sich für die Vegetarische Woche einsetzen werden, und viele bekannte Persönlichkeiten haben uns ihre Unterstützung zugesagt. Ich bin daher überzeugt, dass die Vegetarische Woche 2010 sogar noch besser wird als die vorhergehende - sie entwickelt schon jetzt ziemlich viel Dynamik.


Frage: Sie sind sehr involviert im Portuguese Vegetarian Centre (Portugiesisches Vegetarisches Zentrum), in dem viele Aktivitäten während der Vegetarischen Woche organisiert werden. Was sind die Prioritäten dieser Gruppe?

Antwort: Das Zentrum ist eine sehr aktive Organisation. Das wichtigste Arbeits- und Kommunikationsmittel ist die Website. Sie wird fast täglich aktualisiert und bietet eine sehr umfangreiche Quelle für Rezepte, Listen von Restaurants and fast alle anderen für Vegetarier interessanten Informationen. Das Zentrum fördert auch regelmässig eine Reihe von Kampagnen, einschließlich der Vegetarischen Woche.
Für 2010 gibt es ein wichtiges Projekt, nämlich eine „akademische Auszeichnung“ mit einem 500 Euro Preis für eine aussergewöhnliche akademische Arbeit über den vegetarischen Lebensstil.
Außerdem fördern wir den Vegetarismus in Portugal, denn unser Land ist im Moment noch keine besonders veggie-freundliche Nation. Allerdings verbessert sich die Situation in einem eindrucksvollen Tempo. Die Zahl vegetarischer Restaurants*) hat sich mehr als verdreifacht in den letzten neun Jahren. Wir aktualisieren die Liste fast jeden Monat als einen kostenlosen Service für portugiesische Vegetarier und Touristen.


Frage: Eine letzte Frage: Wie wird sich Ihrer Meinung nach die internationale vegetarische Gemeinschaft in den kommenden Jahren entwickeln?

Antwort: Ich erwarte ziemlich große Fortschritte. Obgleich der Fleischverzehr noch zunimmt, halte ich eine Änderung des Lebensstils für unvermeidlich. Leider ist die Menschheit träge – wir ändern uns nicht, wenn wir es tun sollten, sondern nur, wenn wir es müssen. Und wir müssen eine nachhaltige Lebensweise finden. Das kann der Verzehr von veganem Fleisch aus dem Labor sein oder gar kein Fleisch, aber so wird’s laufen müssen. Vegetarische Aktivisten haben hier eine wichtige Rolle zu spielen und werden helfen, dass dieser Wechsel eher früher als als später stattfindet.


EVANA: Mateus, wir danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit für die Beantwortung unserer Fragen genommen haben. Wir wünschen Ihnen ein glückliches 2010 und natürlich auch viel Erfolg für die nächste ‘Internationale Vegetarische Woche“ im Oktober 2010.

Mateus: Dank auch an EVANA für den grossartigen Einsatz für eine bessere Welt.


Quelle: International Vegetarian Week
Autor: Die Fragen stellte Herma Caelen

Link: EVANA interview with Mateus Mendes from Portugal ...Interview und Links
Link: Link: Portuguese Vegetarian Centre
Link: Liste vegetarische Restaurants in Portugal *)

Date: Mi. 13. Januar 2010

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